Jazz-Akkorde für Gitarre: Voicings für Fortgeschrittene
Von GuitarGuy Aktualisiert am
Jazz-Akkorde sind fast immer Vierklänge: Maj7, m7, Dominant-7 und m7b5. Auf der Gitarre spielt man sie als Voicings mit drei oder vier Tönen, meist ohne Quinte. Der Einstieg sind Shell Voicings (Grundton, Terz, Septime) auf den Saiten E, D und G, danach folgen Drop-2-Voicings auf den mittleren vier Saiten. Geübt wird über die II-V-I-Verbindung, die in fast jedem Jazz-Standard vorkommt.
Jazz-Akkorde sind für fortgeschrittene Gitarristen der nächste Schritt nach Dur, Moll und Powerchords. Wer sie lernt, lernt nebenbei viel über Harmonie und Rhythmus. Hier geht es um die Grundlagen, erweiterte Akkordformen und praktische Übungen für dein Spiel.
Das Wichtigste in Kürze
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Jazz-Akkorde sind komplexer als gewöhnliche Akkorde.
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Septakkorde bilden die Basis der Jazzharmonik.
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Optionstöne verleihen den Akkorden besondere Spannungen.
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Erweiterte Akkorde wie 9er, 11er und 13er prägen den typischen Jazz-Sound.
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Rhythmus ist im Jazz genauso wichtig wie die Harmonie und muss geübt werden.
Die Grundlagen der Jazz-Akkorde
Was Jazz-Akkorde von Gewöhnlichen Akkorden Unterscheidet
Jazz-Akkorde bauen auf den gewohnten Grundgriffen auf, klingen aber komplexer, weil sie mehr Töne enthalten. Viele Musikrichtungen kommen mit einfachen Drei- und Vierklängen aus, im Jazz sind dagegen Septakkorde und Optionstöne der Normalfall. Diese zusätzlichen Töne erzeugen Spannung, die sich im nächsten Akkord auflöst.
Die Rolle der Septakkorde im Jazz
Septakkorde sind die Grundlage der Jazzharmonik. Sie bestehen aus vier Tönen: Grundton, Terz, Quinte und Septime. Die Septime gibt ihnen den typischen Klang. Die vier wichtigsten Typen:
| Akkordtyp | Beispiel | Töne |
|---|---|---|
| Major-Septakkord (große Septime) | Cmaj7 | 1 - 3 - 5 - 7 |
| Moll-Septakkord | Cm7 | 1 - ♭3 - 5 - ♭7 |
| Dominant-Septakkord | C7 | 1 - 3 - 5 - ♭7 |
| Halbvermindert | Cm7♭5 | 1 - ♭3 - ♭5 - ♭7 |
Optionstöne und ihre Bedeutung
Optionstöne sind zusätzliche Töne, die du einem Septakkord hinzufügen kannst. Meist sind es die 9, 11 oder 13. Sie geben dem Akkord mehr Farbe. Grob gesagt klingen sie so:
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9er Töne: Machen den Akkord weicher und voller.
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11er Töne: Erweitern den Klang und schaffen eine offene Harmonie. Die 11 klingt vor allem auf Moll-Akkorden gut. Auf Dur- und Dominantakkorden reibt sie sich mit der großen Terz, dort nimmt man meist die übermäßige 11 (♯11).
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13er Töne: Geben dem Akkord eine reiche, volle Klangfarbe, am häufigsten auf Dominantakkorden wie C13.
Du musst nicht alle Optionstöne auf einmal lernen. Fang mit der 9 an, die klingt fast immer gut.
Jazz-Akkorde lernst du nicht an einem Wochenende. Das braucht Übung und Geduld. Aber wenn du erst mal ein paar Griffe sicher kannst, klingen auch einfache Songs plötzlich ganz anders.
Erweiterte Akkordformen und Voicings
Drop-Voicings und ihre Anwendung
Mit Drop-Voicings werden Jazzakkorde greifbar. Ein eng gesetzter Vierklang lässt sich auf der Gitarre kaum greifen. Beim Drop-2-Voicing versetzt du deshalb den zweithöchsten Ton eine Oktave nach unten, beim Drop-3-Voicing den dritthöchsten. So verteilen sich die Töne so auf dem Griffbrett, dass du sie bequem greifen kannst. Das bringt dir:
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Einfachere Fingerpositionen
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Bessere Klangbalance
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Flexibilität in der Harmonie
Umkehrungen von Akkorden
Mit Umkehrungen änderst du die Reihenfolge der Töne in einem Akkord, der Akkord selbst bleibt gleich. Bei einem Vierklang gibt es vier Stellungen:
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Grundstellung (Grundton im Bass)
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1. Umkehrung (Terz im Bass)
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2. Umkehrung (Quinte im Bass)
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3. Umkehrung (Septime im Bass)
So bekommst du verschiedene Klangfarben und musst beim Akkordwechsel weniger weit springen.
Erweiterungen: 9er, 11er und 13er Akkorde
Erweiterte Akkorde enthalten zusätzliche Töne über der Septime:
| Akkordtyp | Beispiel | Töne |
|---|---|---|
| 9er Akkord | C9 | 1 - 3 - 5 - ♭7 - 9 |
| 11er Akkord | Cm11 | 1 - ♭3 - 5 - ♭7 - 9 - 11 |
| 13er Akkord | C13 | 1 - 3 - 5 - ♭7 - 9 - 13 |
Auf der Gitarre spielst du selten alle Töne gleichzeitig. Meist lässt man Quinte oder Grundton weg, beim Dominant-13-Akkord zusätzlich die 11, weil sie sich mit der Terz reibt.
Lern erst die Septakkorde sicher, bevor du dich an 11er und 13er Akkorde machst. Ohne diese Grundlage fehlt dir die Orientierung.
Rhythmische Aspekte des Jazzgitarrenspiels
Swing, Off-Beat und Drive
Im Jazz zählt der Rhythmus genauso viel wie die Akkorde. Drei Begriffe solltest du kennen:
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Swing: Achtelnoten werden ungleich gespielt, die erste länger, die zweite kürzer, ungefähr wie eine Triole aus Viertel und Achtel. Das prägt den Groove des Stücks.
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Off-Beat: Betonung der unbetonten Zählzeiten.
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Drive: Der energetische Puls, der die Musik vorantreibt.
Die Bedeutung des Rhythmus im Jazz
Der Rhythmus ist im Jazz mehr als Begleitung. Er beeinflusst:
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Die Dynamik des Spiels.
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Die Interaktion zwischen den Musikern.
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Die Emotion der Musik.
Techniken zur Verbesserung des Rhythmusspiels
So verbesserst du dein Rhythmusspiel:
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Metronom: Übe mit einem Metronom, um dein Timing zu schärfen.
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Rhythmusübungen: Spiele verschiedene Rhythmen und Variationen.
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Playalongs: Nutze Playalongs, um im Kontext zu üben.
Ein einfacher Akkord mit gutem Swing klingt im Jazz besser als ein komplizierter Griff ohne Timing.
Als Jazzgitarrist musst du die verschiedenen Rhythmusarten verstehen und beherrschen. Erst dann kannst du im Zusammenspiel frei mit ihnen umgehen.
Praktische Übungen für Fortgeschrittene Gitarristen
Intervall-Anordnungen am Hals
Die Intervall-Anordnungen verstehst du nur, wenn du die Intervalle selbst übst. So gehst du vor:
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Beginne mit den Grundintervallen: erst reine, große und kleine Intervalle, dann übermäßige und verminderte.
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Spiele die Intervalle in verschiedenen Lagen: Übe sie auf dem gesamten Gitarrenhals.
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Verwende ein Metronom: Halte das Tempo konstant, um dein Timing zu verbessern.
Akkordwechsel und Progressionen
Im Jazz wechseln die Akkorde oft schnell. Diese Tipps helfen:
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Übe häufige Progressionen: Zum Beispiel ii-V-I in verschiedenen Tonarten.
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Variiere die Voicings: Experimentiere mit verschiedenen Voicings für die gleichen Akkorde.
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Nutze Playalongs: Spiele mit Aufnahmen, um dein Timing und deine Musikalität zu verbessern.
Übungen mit Playalongs
Mit Playalongs übst du so, als würdest du mit einer Band spielen. Drei Übungen:
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Wähle einen Jazzstandard: Suche dir einen Standard aus, den du magst.
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Spiele die Akkorde mit: Achte darauf, die Akkorde sauber zu spielen.
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Improvisiere über die Progression: Nutze die Skalen, die zu den Akkorden passen.
Bleib ruhig ein paar Wochen bei einem einzigen Standard. Du lernst mehr, wenn du ein Stück wirklich beherrschst, als wenn du zehn halb kannst.
Zusammenfassung
Mit diesen Übungen festigst du, was du als fortgeschrittener Gitarrist schon kannst. Die Beherrschung von Intervallen, Akkordwechseln und Playalongs macht dich sicherer, auch beim Improvisieren.
Wenn du nur Zeit für eine Übung hast, nimm die II-V-I in verschiedenen Tonarten.
Ressourcen und Weiterführende Materialien
Empfohlene Bücher und Videos
Zum Vertiefen empfehlen wir diese Bücher:
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“Berklee Jazz Guitar Chord Dictionary” von Rick Peckham
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“Jazz Guitar Harmony” von Jody Fisher
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“The Advancing Guitarist” von Mick Goodrick
Online-Kurse für Jazzgitarre
Die besten Online-Kurse haben gegenüber Büchern einige Vorteile:
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Mehrstündiges Videomaterial
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PDF-Downloads zu jedem Kapitel
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MP3-Dateien für Play-Alongs
Die Kurse decken Grundlagen und fortgeschrittene Techniken ab und eignen sich für jedes Alter. Entdecke die besten Online-Gitarrenkurse und such dir einen aus, der zu deinem Stand passt.
Nützliche Tools und Apps
Diese Tools und Apps helfen beim Üben:
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GuitarTuna – Stimm-App für Gitarren
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Ultimate Guitar – Noten und Tabs für viele Songs
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iReal Pro – Begleit-Playbacks für Jazz-Standards
Für Jazz-Akkorde ist iReal Pro von den drei Apps die nützlichste, weil du damit direkt zu Begleitungen von Jazz-Standards üben kannst.
Die Geschichte der Jazzgitarre
Ursprünge und Entwicklung
Die Jazzgitarre hat ihre Wurzeln in der afroamerikanischen Musik, die Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA entstand. Jazz entwickelte sich unter anderem aus Blues und Ragtime. Die Gitarre gehörte schnell fest dazu.
Einflussreiche Jazzgitarristen
Diese Jazzgitarristen haben die Musik besonders geprägt:
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Charlie Christian: Er war einer der ersten, der die Gitarre als Solo-Instrument im Jazz einsetzte.
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Wes Montgomery: Bekannt dafür, dass er mit dem Daumen statt mit Plektrum anschlug, und für seine Oktav-Melodien.
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Django Reinhardt: Ein Pionier des Gypsy Jazz, der nach einer Brandverletzung seine Soli vor allem mit Zeige- und Mittelfinger der Greifhand spielte.
Wichtige Jazzstandards
Jazzstandards sind Stücke, die fast jeder Jazzmusiker kennt. Zu den bekanntesten gehören:
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Autumn Leaves
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All the Things You Are
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Blue Bossa
Such dir einen dieser Standards aus und lerne zuerst die Akkorde sicher, bevor du darüber improvisierst.
Die Gitarre hat in der Jazzgeschichte eine wichtige Rolle gespielt, vom Rhythmusinstrument bis zum Soloinstrument. Jazz-Akkorde gehören fest zu dieser Musik und sind die Grundlage für jede Improvisation.
Fazit
Jazzakkorde sind für Gitarristen eine Herausforderung, aber eine, die sich lohnt. Wenn du die Grundlagen gut verstehst, fallen dir die Varianten viel leichter. Mit Übung und Geduld lernst du die Strukturen der Jazzharmonik und baust sie in dein Spiel ein. Die beste Reihenfolge: erst die vier Septakkord-Typen, dann Shell Voicings, dann Drop-2-Voicings, und alles davon über die II-V-I üben.
Häufige Fragen
Was sind Jazz-Akkorde?
Jazz-Akkorde sind Akkorde, die über normale Dur- und Moll-Dreiklänge hinausgehen. Meist sind es Septakkorde, oft mit zusätzlichen Tönen wie 9, 11 oder 13, die den Klang komplexer machen.
Wie kann ich Jazz-Akkorde auf der Gitarre lernen?
Du lernst Jazz-Akkorde am besten, wenn du die Grundlagen der Harmonielehre verstehst und regelmäßig übst, am besten über die II-V-I-Verbindung. Online-Kurse und Tutorials helfen dabei.
Was sind die wichtigsten Jazz-Akkorde?
Die wichtigsten Jazz-Akkorde sind Septakkorde, die oft in verschiedenen Variationen wie 7, m7 und Maj7 vorkommen.
Sind Jazz-Akkorde nur für Jazzmusik?
Nein, Jazz-Akkorde können auch in anderen Musikrichtungen wie Blues, Rock und Funk verwendet werden.
Welche Rolle spielen Rhythmus und Timing im Jazz?
Rhythmus und Timing sind im Jazz sehr wichtig. Ohne sauberes Timing entsteht kein Swing, egal wie gut die Akkorde gewählt sind.
Wo finde ich gute Ressourcen zum Lernen von Jazz-Akkorden?
Es gibt viele Ressourcen online, darunter Videos, Bücher und Kurse, die dir beim Lernen von Jazz-Akkorden helfen können.
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