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gitarrenwiki

Noten auf der Gitarre

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Die sechs leeren Saiten der Gitarre klingen E – A – D – G – H – E, von der dicksten zur dünnsten. Jeder Bund darüber erhöht um einen Halbton. Damit ist die gesamte Tonverteilung auf dem Griffbrett festgelegt – man muss sie nicht auswendig lernen, sondern nur einmal verstehen.

Die Töne in der ersten Lage

Leere Saite plus die ersten fünf Bünde. Die hohe E-Saite steht oben, wie im Notensystem.

Saite leer 1. Bund 2. Bund 3. Bund 4. Bund 5. Bund
1. Saite 329.6 Hz E FFisGAsA
2. Saite 246.9 Hz H CCisDEsE
3. Saite 196.0 Hz G AsABHC
4. Saite 146.8 Hz D EsEFFisG
5. Saite 110.0 Hz A BHCCisD
6. Saite 82.4 Hz E FFisGAsA

Zu erkennen: Der 5. Bund einer Saite ergibt denselben Ton wie die nächsthöhere leere Saite – die Grundlage der 5.-Bund-Stimmmethode. Einzige Ausnahme ist die G-Saite, dort ist es der 4. Bund.

Warum die Gitarre eine Oktave tiefer klingt

Gitarrennoten stehen im Violinschlüssel, klingen aber eine Oktave tiefer als notiert. Am Schlüssel steht deshalb häufig eine kleine 8 darunter. Der Grund ist praktisch: Ohne diese Transposition läge der gesamte Tonumfang der Gitarre so tief, dass man ständig Hilfslinien unter dem Notensystem bräuchte.

Für dich ändert das nichts am Lesen. Du spielst genau das, was notiert ist – es klingt nur eine Oktave tiefer, als ein Pianist dieselbe Note spielen würde.

Halbtöne, Kreuze und Bes

Jeder Bund ist ein Halbtonschritt. Zwischen den meisten Stammtönen liegt ein Ganzton, also zwei Bünde – mit zwei Ausnahmen, die man sich merken muss:

  • Zwischen E und F liegt nur ein Halbton.
  • Zwischen H und C liegt nur ein Halbton.

Alle anderen Nachbarn sind einen Ganzton auseinander, dazwischen liegt jeweils ein Halbton mit zwei Namen: Ein Kreuz (♯) erhöht um einen Halbton, ein B (♭) senkt um einen Halbton. Der Ton im 2. Bund der A-Saite heißt deshalb sowohl H als auch Ces – gemeint ist derselbe Bund.

Und der deutsche Stolperstein: Was hier H heißt, heißt im englischen Sprachraum B. Das deutsche B entspricht dem englischen B♭. Wer mit internationalen Noten oder Akkordsymbolen arbeitet, muss das beim Lesen umrechnen.

Ein Ton, fünf Griffe

Das ist die Eigenart, die die Gitarre von Klavier oder Blockflöte unterscheidet: Dasselbe eingestrichene E lässt sich an bis zu fünf Stellen greifen – leer auf der hohen E-Saite, im 5. Bund der H-Saite, im 9. Bund der G-Saite, im 14. der D-Saite und im 19. der A-Saite.

Die Note sagt nicht, welche davon gemeint ist. In klassischen Noten steht deshalb oft eine römische Ziffer für die Lage oder eine eingekreiste Zahl für die Saite. Genau diese Information liefert umgekehrt eine Tabulatur – deshalb drucken Verlage beides übereinander.

Notenlesen lernen: der praktikable Weg

  1. Erst die leeren Saiten. E, A, D, G, H, E – das sind sechs Töne und die Basis für alles Weitere.
  2. Dann die drei dünnen Saiten in der ersten Lage. G-, H- und hohe E-Saite bis zum 3. Bund. Das sind neun Töne, und damit lässt sich schon eine einfache Melodie spielen.
  3. Danach die Bass-Saiten. E-, A- und D-Saite in derselben Lage.
  4. Täglich fünf Minuten. Notenlesen ist reines Wiedererkennen. Kurze tägliche Einheiten schlagen lange Sitzungen deutlich.
  5. Laut mitsprechen. Den Notennamen sagen, während du greifst. Das koppelt Zeichen, Ton und Griff aneinander.

Noten oder Akkordsymbole?

Für Liedbegleitung reichen Akkordsymbole vollständig aus. Wer singen und dazu Gitarre spielen will, braucht keine Notenschrift – die Songlisten mit Akkorden zeigen, wie weit man damit kommt.

Notenschrift wird dort nötig, wo die Gitarre eine Stimme unter mehreren spielt: im klassischen Repertoire, im Ensemble, im Orchester. Dort ist sie die gemeinsame Sprache aller Instrumente.

Häufige Fragen

Wie heißen die Töne der leeren Gitarrensaiten?

Von der dicksten zur dünnsten Saite: E, A, D, G, H und E. Im englischen Sprachraum heißt das H ein B – deshalb steht in englischsprachigen Quellen E A D G B E.

In welchem Notenschlüssel wird Gitarre notiert?

Im Violinschlüssel, allerdings klingend eine Oktave tiefer als notiert. Deshalb steht am Schlüssel oft eine kleine 8 darunter. Ohne diese Transposition bräuchte man für die Gitarre ständig Hilfslinien unterhalb des Systems.

Muss man für Gitarre Noten lesen können?

Für Liedbegleitung nicht – dafür reichen Akkordsymbole. Für klassische Gitarre und für Ensemblespiel führt kein Weg daran vorbei. Wer Melodien selbst erarbeiten oder mit Musikern anderer Instrumente zusammenspielen will, kommt mit Noten deutlich weiter als mit Tabs.

Was ist der Unterschied zwischen Noten und Tabs?

Noten geben den klingenden Ton und seine Länge an, Tabs geben die Greifposition an. Auf der Gitarre lässt sich derselbe Ton an bis zu fünf verschiedenen Stellen greifen – Noten lassen diese Wahl offen, Tabs legen sie fest. Umgekehrt enthalten reine Tabs keinen Rhythmus.

Wie lerne ich am schnellsten Noten auf der Gitarre?

Nicht alle auf einmal. Fang mit den Tönen in der ersten Lage auf den drei dünnen Saiten an, das sind sieben Töne. Wenn die sitzen, kommen die Bass-Saiten dazu. Nach zwei bis drei Wochen täglicher fünf Minuten liest man die erste Lage flüssig.