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gitarrenwiki
Elektrisch verstärkt

Jazzgitarre

Von

Die Jazzgitarre ist eine vollhohle Archtop-Gitarre: gewölbte Decke, f-Löcher, meist ein einzelner Humbucker am Halsende. Sie klingt dunkler, runder und weicher als jede andere E-Gitarre, weil der große Hohlraum die Höhen dämpft. Gespielt wird sie fast ausschließlich clean, also ohne Verzerrung.

Steckbrief

Saiten
6
Saitenart
Stahl, oft Flatwounds
Mensur
rund 62,8 bis 64,8 cm
Korpus
vollhohl, gewölbte Decke, oft 43 cm breit
Preisrahmen
ab rund 400 €, Manufakturmodelle vierstellig

Woran du sie erkennst

  • Gewölbte Decke, wie bei einer Violine geschnitzt oder gepresst.
  • F-Löcher, kein rundes Schallloch.
  • Ein einzelner Tonabnehmer direkt am Halsende.
  • Schwebender Steg, nur vom Saitendruck gehalten – nicht verleimt.
  • Saitenhalter am Korpusende, oft mit Trapezform.

Wofür sie gebaut wurde

Die Archtop-Bauweise geht auf Orville Gibson zurück, der Ende des 19. Jahrhunderts Prinzipien des Geigenbaus auf die Gitarre übertrug: gewölbte Decke, f-Löcher, schwebender Steg. Der Zweck war Durchsetzungsfähigkeit in Tanzkapellen.

In den 30er und 40er Jahren war die Archtop die Gitarre schlechthin. Erst der elektrische Tonabnehmer und später die Solidbody verdrängten sie aus dem Mainstream – im Jazz blieb sie Standard.

Der typische Jazzton entsteht aus drei Dingen: dem Halstonabnehmer, dem zurückgedrehten Höhenregler und den Flatwound-Saiten mit glatter Umwicklung, die kaum Anschlaggeräusch erzeugen.

Für wen sie passt

Jazz, Gypsy Jazz, Swing, Bossa Nova. Auch für Rockabilly, allerdings mit dem Rückkopplungsvorbehalt.

Der typische Fehlkauf

Vollhohle Archtops koppeln bei Verzerrung und hoher Lautstärke sofort zurück. Das lässt sich mit Schaumstoff im Korpus dämpfen, aber nicht abstellen. Wer auch verzerrt spielen will, braucht eine Halbakustik mit Mittelblock.

Konkrete Modelle

Drei Instrumente, an denen sich die Bauform gut zeigen lässt – vom Einstieg bis zur Referenz:

  • Ibanez AF75 – der günstige Einstieg in die Bauform
  • Gretsch G100CE – Archtop mit Cutaway
  • Gibson ES-175 – die klassische Jazzgitarre

Häufige Fragen zur Jazzgitarre

Was ist eine Jazzgitarre?

Die Jazzgitarre ist eine vollhohle Archtop-Gitarre: gewölbte Decke, f-Löcher, meist ein einzelner Humbucker am Halsende. Sie klingt dunkler, runder und weicher als jede andere E-Gitarre, weil der große Hohlraum die Höhen dämpft. Gespielt wird sie fast ausschließlich clean, also ohne Verzerrung.

Für wen eignet sich die Jazzgitarre?

Jazz, Gypsy Jazz, Swing, Bossa Nova. Auch für Rockabilly, allerdings mit dem Rückkopplungsvorbehalt.

Was kostet eine Jazzgitarre?

ab rund 400 €, Manufakturmodelle vierstellig. Die Angaben sind Richtwerte für Neuware in Deutschland und schwanken je nach Ausstattung und Fertigungsort.

Woran erkenne ich eine Jazzgitarre?

Gewölbte Decke, wie bei einer Violine geschnitzt oder gepresst. F-Löcher, kein rundes Schallloch. Ein einzelner Tonabnehmer direkt am Halsende. Schwebender Steg, nur vom Saitendruck gehalten – nicht verleimt. Saitenhalter am Korpusende, oft mit Trapezform.