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gitarrenwiki

Gitarre stimmen

Die Standardstimmung der Gitarre ist E – A – D – G – H – E, von der dicksten zur dünnsten Saite. Erlaube rechts das Mikrofon, schlag eine leere Saite an und dreh den Wirbel, bis der Zeiger mittig steht. Ohne Mikrofon nutzt du die Referenztöne. Beides ist kostenlos und läuft direkt im Browser – ohne App, ohne Anmeldung.

  • Reihenfolge: von der dicken E-Saite nach unten zur dünnen E-Saite arbeiten.
  • Richtung: immer von unten zum Zielton hochziehen – nie von oben herunterlassen.
  • Kontrollrunde: nach der sechsten Saite alle noch einmal durchgehen.

Online-Stimmgerät

Mikrofon erlauben, Saite anschlagen – der Zeiger zeigt dir, ob du zu tief oder zu hoch liegst.

•••
warte auf Signal …
zu tief
zu hoch
 

Referenzton anhören (ohne Mikrofon stimmen):

Klick spielt den Ton acht Sekunden lang. Nochmal klicken stoppt ihn.

Die Analyse läuft ausschließlich in deinem Browser. Es wird nichts aufgenommen, gespeichert oder an einen Server geschickt.

Die sechs Saiten und ihre Töne

Die Gitarre hat sechs Saiten. Die drei dicken, umsponnenen Saiten (E, A, D) sind die Bass-Saiten, die drei dünnen (G, H, E) die Melodiesaiten. Wer das einmal verinnerlicht hat, weiß beim Blick auf ein Griffbild sofort, welche Saite gemeint ist.

Saite Ton Frequenz Rolle
6. Saite (dickste) E 82.41 Hz Bass-Saite
5. Saite A 110.00 Hz Bass-Saite
4. Saite D 146.83 Hz Bass-Saite
3. Saite G 196.00 Hz Melodiesaite
2. Saite H 246.94 Hz Melodiesaite
1. Saite (dünnste) E 329.63 Hz Melodiesaite

Ein Hinweis, der Anfänger regelmäßig stolpern lässt: Im deutschen Sprachraum heißt die zweitdünnste Saite H, im englischen B. Gemeint ist derselbe Ton. In englischsprachigen Tabs und Apps taucht deshalb „B“ auf, wo im deutschen Songbuch „H“ steht.

Gitarre stimmen – Schritt für Schritt

  1. Ruhe schaffen. Fernseher aus, Fenster zu. Die Tonhöhenerkennung im Browser hört alles, was im Raum passiert.
  2. Mit der dicksten Saite anfangen. Schlag sie leer an, also ohne einen Finger aufs Griffbrett zu setzen. Das Stimmgerät zeigt dir den erkannten Ton und die Abweichung in Cent.
  3. Wirbel drehen und hinhören. Zeiger links heißt zu tief, du ziehst den Wirbel an. Zeiger rechts heißt zu hoch. Dreh in kleinen Schritten und lass die Saite dabei weiterklingen.
  4. Immer von unten kommen. Liegst du zu hoch, lockerst du die Saite ein Stück unter den Zielton und ziehst sie dann wieder hoch. Nur so sitzt die Wicklung am Wirbel stramm und die Stimmung hält.
  5. Alle sechs Saiten durchgehen – E, A, D, G, H, E.
  6. Kontrollrunde. Jede gestimmte Saite erhöht den Zug auf den Hals und verstimmt die vorherigen minimal. Nach dem ersten Durchgang stimmt keine Gitarre wirklich. Nach dem zweiten schon.

Ohne Stimmgerät stimmen: die 5.-Bund-Methode

Du brauchst dafür genau einen verlässlichen Ton. Nimm den Referenzton A oben auf dieser Seite oder das A aus einem Klavier, dann stimmst du den Rest von der Gitarre selbst ab. Das Prinzip: Greifst du eine Saite im 5. Bund, klingt sie genauso wie die nächsthöhere leere Saite.

  • E-Saite, 5. Bund = leere A-Saite
  • A-Saite, 5. Bund = leere D-Saite
  • D-Saite, 5. Bund = leere G-Saite
  • G-Saite, 4. Bund = leere H-Saite – die Ausnahme, weil zwischen G und H nur eine große Terz liegt
  • H-Saite, 5. Bund = leere hohe E-Saite

Schlag beide Töne kurz nacheinander an und hör auf das Schweben: Solange die Töne leicht auseinanderliegen, hörst du ein pulsierendes Wabern. Je langsamer dieses Wabern wird, desto näher bist du dran. Verschwindet es ganz, passt die Saite. Der Nachteil der Methode: Fehler summieren sich über die Saiten hinweg. Für eine schnelle Runde am Lagerfeuer reicht sie, für Aufnahmen nimmst du ein Stimmgerät.

Stimm-App, Clip-on oder Online-Stimmgerät?

Alle drei messen dasselbe – sie unterscheiden sich darin, wie sie den Ton aufnehmen.

Variante Stärke Schwäche
Online-Stimmgerät (diese Seite) Sofort da, kostenlos, keine Installation, alle Stimmungen Braucht Mikrofonfreigabe und eine halbwegs ruhige Umgebung
Stimm-App Immer im Gepäck, oft mit Metronom kombiniert Kostenlose Apps finanzieren sich über Werbung; gleiches Störgeräusch-Problem
Clip-on-Stimmgerät Misst die Schwingung am Kopf statt über Luft – funktioniert auch im lauten Proberaum Kostet Geld, Batterie leer ist immer genau dann, wenn du auftrittst

Für zu Hause reicht das Online-Stimmgerät. Sobald du mit anderen zusammen spielst, lohnt ein Clip-on oder ein Pedal-Tuner, weil du dich dort auf keine Raumakustik mehr verlassen musst. Was worauf ankommt, steht im Stimmgerät-Ratgeber.

Andere Stimmungen

Über die Auswahl im Stimmgerät erreichst du die gängigen alternativen Stimmungen. Sie ändern nichts an der Technik, nur an den Zieltönen.

Drop D (D A D G H E)

Nur die tiefe E-Saite geht einen Ganzton runter auf D. Powerchords lassen sich damit mit einem Finger greifen – der Standard für Rock, Grunge und Metal.

Einen Halbton tiefer (Es As Des Ges B Es)

Alle Saiten einen Bund tiefer. Klingt voller, die Saiten liegen weicher – Hendrix, Guns N’ Roses und Stevie Ray Vaughan haben so gespielt.

Open G (D G D G H D)

Die leeren Saiten ergeben einen G-Dur-Akkord. Klassische Slide-Stimmung, bekannt von Keith Richards und im Delta Blues.

Open D (D A D Fis A D)

Leere Saiten ergeben D-Dur. Sehr voller, offener Klang – Fingerstyle, Slide und viele Singer-Songwriter-Stücke nutzen sie.

DADGAD (D A D G A D)

Die „keltische“ Stimmung. Weder Dur noch Moll, dadurch schwebend und offen – perfekt für Irish Folk und modernes Fingerpicking.

Warum die Stimmung nicht hält

Wenn deine Gitarre nach zehn Minuten wieder daneben liegt, ist fast nie das Stimmgerät schuld.

  • Frische Saiten. Neue Saiten dehnen sich mehrere Tage lang. Zieh sie nach dem Aufziehen ein paar Mal vorsichtig vom Griffbrett weg und stimm nach – das nimmt den Großteil der Dehnung vorweg.
  • Schlecht aufgewickelt. Zu viele lose Windungen am Wirbel wirken wie eine Feder. Zwei bis drei saubere Windungen reichen.
  • Klemmender Sattel. Knackt es beim Stimmen, springt die Saite in der Sattelkerbe. Ein wenig Graphit aus einem Bleistift in die Kerbe hilft.
  • Raumklima. Vom kalten Auto in die warme Wohnung verstimmt jede Gitarre. Lass sie erst akklimatisieren, dann stimm sie.
  • Sie ist gestimmt, klingt aber trotzdem schief. Dann stimmt die Oktavreinheit nicht – siehe Bundreinheit und Oktavreinheit einstellen.

Häufige Fragen

Wie stimme ich meine Gitarre richtig?

Von der dicksten zur dünnsten Saite: E – A – D – G – H – E. Schlag eine leere Saite an, vergleich den Ton mit dem Stimmgerät und dreh den Wirbel, bis der Zeiger mittig steht. Immer von unten zum Zielton hochziehen, nie von oben herunterlassen – sonst rutscht die Saite nach.

Wie heißen die sechs Saiten der Gitarre?

Von der dicksten zur dünnsten: E, A, D, G, H, E. E, A und D sind die umsponnenen Bass-Saiten, G, H und E die dünneren Melodiesaiten. Im englischen Sprachraum heißt das deutsche H ein B.

Kann ich meine Gitarre ohne Stimmgerät stimmen?

Ja, mit der 5.-Bund-Methode: Der 5. Bund einer Saite klingt genauso wie die nächsthöhere leere Saite – einzige Ausnahme ist die G-Saite, dort nimmst du den 4. Bund. Du brauchst nur einen sauberen Startton, zum Beispiel den Referenzton A auf dieser Seite.

Wie oft muss ich die Gitarre stimmen?

Vor jedem Spielen. Neue Saiten dehnen sich in den ersten Tagen stark und müssen mehrmals pro Übungseinheit nachgezogen werden. Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswechsel verstimmen jede Gitarre, auch wenn sie nur im Ständer stand.

Funktioniert das Online-Stimmgerät auch für die E-Gitarre?

Ja. Spiel die E-Gitarre unverstärkt direkt vor dem Mikrofon – der akustische Restklang reicht der Tonhöhenerkennung. Alternativ hältst du das Mikrofon vor den Verstärker und drehst Verzerrung und Hall komplett raus.

Warum hält meine Gitarre die Stimmung nicht?

Die häufigsten Gründe: frische Saiten, die noch nicht ausgedehnt sind, schlecht aufgewickelte Saiten am Wirbel, ein klemmender Sattel oder eine ausgeleierte Mechanik. Bei der E-Gitarre kommt ein nicht eingestelltes Tremolo dazu.