Epiphone Les Paul Standard
Von GuitarGuy Aktualisiert am
Die Epiphone Les Paul Standard ist die von Gibsons Schwestermarke gebaute Version des Les-Paul-Klassikers: Mahagoni-Korpus mit Ahorndecke, zwei Humbucker, 628 mm Mensur, eingeleimter Hals. Sie liefert den dichten, mittigen Les-Paul-Klang zu einem Bruchteil des Gibson-Preises. Weitere E-Gitarren stehen in der E-Gitarren-Bestenliste.
Epiphone Les Paul bei Gear4Music
Amazon listet die Les Paul Standard nur sporadisch. Gear4Music führt die 50s- und 60s-Ausführungen samt Farbvarianten.
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Die Les Paul kam 1952 auf den Markt und ist bis heute neben der Stratocaster die zweite Grundform der E-Gitarre. Jimmy Page, Slash, Joe Perry und Zakk Wylde haben ihren Klang geprägt, die Geschichte dahinter steht unter Gibson Les Paul: der Klassiker. Gebaut wird die erschwingliche Variante von Epiphone, Gibsons Schwestermarke.
Technische Daten der Epiphone Les Paul Standard
Angaben für die gängigen Standard-Ausführungen, einzelne Modelljahre weichen ab.
- Korpus: Mahagoni mit Ahorndecke
- Hals: Mahagoni, eingeleimt (Set-Neck)
- Griffbrett: Palisander oder Indian Laurel, Trapez-Einlagen
- Sattelbreite: rund 43 mm
- Mensur: 628 mm (24,75 Zoll)
- Tonabnehmer: zwei Humbucker, je nach Ausführung Alnico Classic oder ProBucker
- Regler: zwei Volume, zwei Tone, Dreiwegschalter
- Hardware: Tune-o-matic-Steg, Stop-Bar, Grover-Mechaniken bei den höheren Ausführungen
Der eingeleimte Hals ist konstruktiv der wichtigste Punkt. Er überträgt Schwingung anders als ein verschraubter Hals und ist einer der Gründe für das lange Sustain, das man mit der Bauform verbindet. Was Konstruktion und Elektronik sonst noch ausmachen, steht unter Grundlagen der E-Gitarren-Elektronik.
Klang und Bespielbarkeit
Zwei Humbucker an einem Mahagoni-Korpus ergeben ein dichtes, mittenbetontes Klangbild mit wenig Höhenglanz. Der Steg-Tonabnehmer ist der Riff-Kanal, der Hals-Tonabnehmer liefert den warmen, singenden Ton, den man von Blues-Soli kennt. Der Dreiwegschalter kombiniert beide. Wie die Bauarten sich unterscheiden, erklärt welche Tonabnehmer es gibt.
Die kürzere Mensur von 628 mm bedeutet weniger Saitenspannung als bei einer Stratocaster mit 648 mm. Bendings gehen leichter, die Saiten fühlen sich weicher an, dafür ist der Ton etwas weniger straff. Der Unterschied zwischen beiden Schulen steht ausführlich unter Fender vs. Gibson.
Zwei Dinge merkt man beim ersten Anspielen: das Gewicht und die Halsdicke. Über 4 kg sind normal, und je nach Profil ist der Hals deutlich fülliger als bei einer Strat. Beides ist Gewöhnungssache, aber nichts, was man aus Datenblättern beurteilen kann.
Für wen sich die Epiphone Les Paul Standard eignet
Passt gut, wenn:
- du Rock, Blues oder Hard Rock spielst und einen dichten, tragenden Klang willst
- du eine Gitarre suchst, die auch in einigen Jahren noch reicht
- dir die Bauform gefällt und du keinen Ersatz für ein Original suchst, sondern die Konstruktion
Passt eher nicht, wenn:
- du glasige Clean-Sounds und Funk-Rhythmus willst, das ist Strat-Terrain
- dir Gewicht wichtig ist, siehe Tipps zur Bühnenperformance
- du das kleinste Budget suchst, dafür gibt es Modelle deutlich darunter
Alternativen zur Epiphone Les Paul Standard
- Epiphone Les Paul Special – reduzierte Ausstattung, gleiche Grundform, deutlich günstiger.
- Squier Bullet Strat – die andere Grundform, leichter und vielseitiger im Clean-Bereich.
- Duesenberg Gran Majesto – wenn es ein paar Klassen darüber sein darf.
Weitere Modelle im Überblick stehen in der E-Gitarren-Bestenliste, passende Bauformen für harte Stile unter beste Hard-Rock-Gitarrenmodelle.
Was du zusätzlich brauchst
- ein Verstärker, denn der prägt den Klang mindestens so stark wie die Gitarre
- ein Instrumentenkabel und ein breiter Gurt, das Gewicht ist ein Argument
- ein Stimmgerät
- Saiten in der Stärke, die zu deinem Anschlag passt
Wer den Klang weiterformen will, findet den Einstieg unter E-Gitarren-Pedale und Pedalboard aufbauen.
Pflege
Der lackierte Korpus verträgt ein weiches Tuch, mehr braucht es im Alltag nicht. Wichtiger sind Saiten und Bünde: Saiten nach dem Spielen abwischen verlängert ihre Lebensdauer deutlich. Wie der Wechsel abläuft, steht unter E-Gitarren-Saiten wechseln, die Grundlagen unter Grundlagen der E-Gitarrenpflege.
Fazit
Die Epiphone Les Paul Standard ist der pragmatische Weg zur Les Paul. Konstruktion, Mensur und Klangcharakter stimmen, was fehlt, sind die feineren Materialien und die Fertigungstiefe der Gibson. Für alles unterhalb professioneller Aufnahmen ist das der weitaus vernünftigere Deal.
Vor dem Kauf lohnt es sich, Gewicht und Halsprofil einmal in der Hand gehabt zu haben. Wer damit klarkommt, bekommt eine Gitarre, die man nicht nach einem Jahr wieder ersetzt.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Epiphone und Gibson Les Paul?
Epiphone gehört zu Gibson und baut die Modelle nach denselben Konstruktionsprinzipien, aber in Fernost und mit einfacheren Materialien, Hardware und Tonabnehmern. Die Bauform, die Mensur und der grundsätzliche Klangcharakter sind gleich, der Preisunterschied liegt beim Mehrfachen.
Was bedeuten 50s und 60s bei der Les Paul Standard?
Die Zahlen bezeichnen das Halsprofil. Der 50s-Hals ist dicker und runder, der 60s-Hals schlanker und flacher. Klanglich ändert das wenig, für die Greifhand ist es der spürbarste Unterschied zwischen den beiden Varianten.
Ist die Epiphone Les Paul Standard für Anfänger geeignet?
Ja, mit zwei Einschränkungen: Sie ist mit meist über 4 kg schwer, und der je nach Variante füllige Hals liegt nicht jeder Hand. Die kurze Mensur macht das Greifen dagegen eher leichter. Wer beides vorher anspielt und damit klarkommt, bekommt eine Gitarre, die auch nach Jahren noch trägt.
Für welche Musikrichtungen eignet sie sich?
Vor allem Rock, Blues, Hard Rock und Classic Metal. Die Humbucker liefern ein dichtes, mittiges Klangbild, das mit Verzerrung sehr gut funktioniert. Für glasige Clean-Sounds ist eine Stratocaster die naheliegendere Wahl.
Warum ist eine Les Paul so schwer?
Der massive Mahagoni-Korpus mit aufgeleimter Ahorndecke bringt schlicht viel Holz mit. Manche Les-Paul-Modelle, vor allem bei Gibson, haben Hohlräume zur Gewichtsreduzierung und sind dadurch leichter. Bei langen Sets im Stehen ist das Gewicht ein Faktor, ein breiter Gurt hilft spürbar.
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