Zwölfsaitige Gitarre
Von GuitarGuy
Die zwölfsaitige Gitarre hat sechs Saitenpaare. Die vier tiefen Paare sind im Oktavabstand gestimmt, die beiden hohen im Einklang. Gegriffen wird genau wie auf einer sechssaitigen Gitarre, weil jedes Paar gemeinsam heruntergedrückt wird. Der Klang ist voller und leicht schwebend, weil die Saiten eines Paars nie exakt gleichzeitig schwingen.
Steckbrief
- Saiten
- 12 (6 Paare)
- Saitenart
- Stahl
- Mensur
- rund 63 cm, oft etwas kürzer als sechssaitig
- Korpus
- meist Dreadnought oder Jumbo, verstärkte Beleistung
- Preisrahmen
- ab rund 200 €, Oberklasse ab rund 1.200 €
Woran du sie erkennst
- Zwölf Wirbel auf der Kopfplatte, meist auf einer verlängerten Platte.
- Doppelte Saiten im Abstand von wenigen Millimetern.
- Breiterer Hals als bei der sechssaitigen Schwester.
- Kräftigere Halskonstruktion wegen des fast doppelten Saitenzugs.
Wofür sie gebaut wurde
Die Zwölfsaitige stammt aus dem mexikanischen und amerikanischen Süden und wurde von Bluesmusikern wie Lead Belly populär gemacht. Der Grund war praktisch: Ein Straßenmusiker ohne Verstärkung brauchte Lautstärke und Fülle.
Der charakteristische Schwebeklang entsteht durch minimale Unterschiede zwischen den beiden Saiten eines Paars – im Ergebnis derselbe Effekt, den ein Chorus-Pedal elektronisch nachbildet.
Der Preis dafür ist Aufwand: doppelt so viele Saiten stimmen, fast doppelter Zug auf dem Hals, und Solospiel in höheren Lagen wird deutlich unhandlicher.
Für wen sie passt
Songbegleitung mit vollem, breitem Klangbild. Folk, Blues, Zwölfsaiten-Rock. Als einzige Gitarre im Haushalt ungeeignet, als zweite eine echte Bereicherung.
Der typische Fehlkauf
Der hohe Saitenzug belastet den Hals stark. Viele Spieler stimmen die Zwölfsaitige deshalb einen Ganzton tiefer und setzen bei Bedarf einen Kapodaster in den 2. Bund. Ältere Instrumente sollte man ohnehin nie in Standardstimmung dauerhaft stehen lassen.
Konkrete Modelle
Drei Instrumente, an denen sich die Bauform gut zeigen lässt – vom Einstieg bis zur Referenz:
- Fender CD-140SCE-12 – Einstieg mit Tonabnehmer
- Guild F-2512E – die klassische Zwölfsaiten-Adresse
- Rickenbacker 360/12 – das elektrische Gegenstück, der Sound der Byrds
Häufige Fragen zur Zwölfsaitige Gitarre
Was ist eine Zwölfsaitige Gitarre?
Die zwölfsaitige Gitarre hat sechs Saitenpaare. Die vier tiefen Paare sind im Oktavabstand gestimmt, die beiden hohen im Einklang. Gegriffen wird genau wie auf einer sechssaitigen Gitarre, weil jedes Paar gemeinsam heruntergedrückt wird. Der Klang ist voller und leicht schwebend, weil die Saiten eines Paars nie exakt gleichzeitig schwingen.
Für wen eignet sich die Zwölfsaitige Gitarre?
Songbegleitung mit vollem, breitem Klangbild. Folk, Blues, Zwölfsaiten-Rock. Als einzige Gitarre im Haushalt ungeeignet, als zweite eine echte Bereicherung.
Was kostet eine Zwölfsaitige Gitarre?
ab rund 200 €, Oberklasse ab rund 1.200 €. Die Angaben sind Richtwerte für Neuware in Deutschland und schwanken je nach Ausstattung und Fertigungsort.
Woran erkenne ich eine Zwölfsaitige Gitarre?
Zwölf Wirbel auf der Kopfplatte, meist auf einer verlängerten Platte. Doppelte Saiten im Abstand von wenigen Millimetern. Breiterer Hals als bei der sechssaitigen Schwester. Kräftigere Halskonstruktion wegen des fast doppelten Saitenzugs.
Wie stimmt man eine zwölfsaitige Gitarre?
Wie eine sechssaitige, nur doppelt: E A D G H E. Die Paare der vier tiefen Saiten werden im Oktavabstand gestimmt, also die Zusatzsaite eine Oktave höher. Die beiden hohen Paare (H und E) werden im Einklang gestimmt. Unser Online-Stimmgerät zeigt für jede Saite den Zielton an.