Epiphone Gitarren
Von GuitarGuy
Die zugängliche Marke aus dem Hause Gibson – Les Paul und SG für einen Bruchteil des Preises.
Wofür Epiphone steht
Epiphone ist deutlich älter als Gibson selbst vermuten lässt: 1873 gründete Anastasios Stathopoulos das Unternehmen als Werkstatt für Mandolinen und Banjos. Sein Sohn Epaminondas, genannt „Epi", machte daraus in New York einen Gitarrenbauer, dessen Archtops den Gibson-Modellen ebenbürtig waren. Über Jahrzehnte lieferten sich beide Firmen einen offenen Wettstreit um die besten Jazzgitarren, bis Gibson den geschwächten Rivalen 1957 aufkaufte. Aus dem härtesten Konkurrenten wurde die Zweitmarke.
Heute erfüllt Epiphone eine klare Aufgabe: Sie ist die einzige autorisierte Quelle für Les Paul und SG unterhalb des Gibson-Preises. Die Modelle heißen wie ihre Vorbilder, tragen dieselben Umrisse und einen ähnlichen Tonabnehmer-Aufbau, werden aber in Fernost gefertigt. Seit der Umstellung auf die „Inspired by Gibson"-Struktur 2020 hat sich der Abstand deutlich verkleinert: Die Kopfplatten orientieren sich wieder an der historischen Epiphone- beziehungsweise Gibson-Form, und die Oberklasse der Reihe bekommt teils Elektronik und Tonabnehmer aus denselben Quellen wie Gibson selbst.
Dabei geht leicht unter, dass Epiphone auch eigenständige Modelle hat, die nie Gibson-Kopien waren. Die bekannteste ist die Casino, eine vollakustische Hollowbody mit P-90-Tonabnehmern. John Lennon spielte eine Casino, unter anderem auf dem Dach der Apple-Studios beim letzten Beatles-Konzert. Solche Modelle machen Epiphone zu mehr als einem günstigen Gibson-Ableger: Sie sind ein eigenes Kapitel amerikanischer Gitarrengeschichte.
Die Serien im Überblick
Der Markenname allein sagt wenig über das Instrument. Bei Epiphone entscheidet die Serie über Fertigungsort, Hardware und Preisklasse:
| Serie | Was sie ausmacht |
|---|---|
| Standard | Les Paul Standard 50s/60s, SG Standard. Der Kern des Programms und die Klasse, in der die meisten Käufer landen. |
| Studio / Special | Reduzierte Ausstattung, dünnerer Korpus oder einfachere Decke. Günstiger, klanglich nah an der Standard. |
| Inspired by Gibson Custom | Die obere Klasse mit Gibson-orientierter Kopfplatte, aufwendigerer Fertigung und hochwertigerer Elektronik. Der kleinste Abstand zum Original. |
| Original Collection | Die eigenständigen Epiphone-Modelle wie Casino, Riviera und Sheraton, die keine Gibson-Kopien sind, sondern eigene Konstruktionen mit eigener Geschichte. |
| Akustikgitarren | Westerngitarren im Einsteiger- und Mittelklassebereich, darunter angelehnte Versionen der Gibson-Klassiker Hummingbird und J-45. |
Für wen sich Epiphone eignet
Alle, die den Gibson-Ton mit Humbuckern und geleimtem Hals wollen, aber nicht vierstellig einsteigen. Auch als robuste Zweitgitarre für Proberaum und Bühne eine verbreitete Wahl, und mit der Casino die erste Adresse für den Sixties-Hollowbody-Klang.
Der typische Fehlkauf
Der typische Fehlkauf ist der Griff zum teuersten Modell aus Prinzip: eine Les Paul Standard 60s, obwohl eine Studio für den Zweck gereicht hätte. Die Differenz von mehreren hundert Euro wäre in einem Setup beim Gitarrenbauer besser angelegt, denn gerade die günstigen Epiphones kommen ab Werk oft mit hoher Saitenlage und rauen Bundenden. Eine eingestellte Studio spielt sich besser als eine unbearbeitete Standard.
Häufige Fragen zu Epiphone
Wofür steht Epiphone?
Die zugängliche Marke aus dem Hause Gibson – Les Paul und SG für einen Bruchteil des Preises. Bekannt ist die Marke vor allem für Les Paul Standard, SG, Humbucker-Sound.
Was kosten Gitarren von Epiphone?
ab rund 200 €, Inspired-by-Gibson-Modelle ab rund 550 €. Die Preise sind Richtwerte für Neuware in Deutschland und schwanken je nach Modell und Ausstattung.
Für wen eignet sich Epiphone?
Alle, die den Gibson-Ton mit Humbuckern und geleimtem Hals wollen, aber nicht vierstellig einsteigen. Auch als robuste Zweitgitarre für Proberaum und Bühne eine verbreitete Wahl, und mit der Casino die erste Adresse für den Sixties-Hollowbody-Klang.
Worauf sollte ich beim Kauf einer Epiphone achten?
Der typische Fehlkauf ist der Griff zum teuersten Modell aus Prinzip: eine Les Paul Standard 60s, obwohl eine Studio für den Zweck gereicht hätte. Die Differenz von mehreren hundert Euro wäre in einem Setup beim Gitarrenbauer besser angelegt, denn gerade die günstigen Epiphones kommen ab Werk oft mit hoher Saitenlage und rauen Bundenden. Eine eingestellte Studio spielt sich besser als eine unbearbeitete Standard.