Halbakustik-Gitarre
Von GuitarGuy
Die Halbakustik-Gitarre, auch Semiakustik oder Semi-Hollow genannt, hat einen hohlen Korpus mit einem massiven Holzblock in der Mitte. Der Hohlraum sorgt für warmen, luftigen Klang, der Mittelblock verhindert die Rückkopplungen, die eine vollhohle Gitarre bei Verzerrung bekommt. Erkennbar ist sie an den beiden f-Löchern in der Decke.
Steckbrief
- Saiten
- 6
- Saitenart
- Stahl
- Mensur
- rund 62,8 cm
- Korpus
- hohl mit Mittelblock, f-Löcher
- Preisrahmen
- ab rund 250 €, Gibson ES-335 vierstellig
Woran du sie erkennst
- Zwei f-förmige Schalllöcher links und rechts der Saiten.
- Deutlich dickerer Korpus als eine Solidbody, aber flacher als eine Jazzgitarre.
- Meist Doppel-Cutaway und Humbucker.
- Klingt unverstärkt leise, aber hörbar – anders als eine Solidbody.
Wofür sie gebaut wurde
Gibson stand in den 50ern vor einem Zielkonflikt: Vollakustische Jazzgitarren klangen warm, koppelten aber bei jeder größeren Lautstärke zurück. Solidbodys waren rückkopplungsfest, klangen aber steril.
Die ES-335 von 1958 löste beides: ein hohler Korpus, aber mit einem durchgehenden Ahornblock unter den Tonabnehmern. Der Block nimmt die Saitenschwingung auf wie eine Solidbody, die hohlen Flügel geben trotzdem Luft und Wärme.
Diese Konstruktion ist bis heute unverändert im Programm und deckt eine ungewöhnliche Bandbreite ab: Sie funktioniert im Jazz genauso wie im Blues, im Soul und im Rock.
Für wen sie passt
Blues, Jazz, Soul, Indie, Rockabilly. Wer einen wärmeren Ton sucht als eine Solidbody, aber trotzdem verzerrt spielen will.
Der typische Fehlkauf
Die Grenze zur echten Hollowbody ist fließend und wird im Handel unsauber benutzt. Vollhohle Modelle ohne Mittelblock (etwa die Gretsch Streamliner oder die Epiphone Casino) koppeln bei Verzerrung deutlich früher. Wer Rock spielen will, sollte auf den Mittelblock achten.
Konkrete Modelle
Drei Instrumente, an denen sich die Bauform gut zeigen lässt – vom Einstieg bis zur Referenz:
- Ibanez AS73 Artcore – der günstigste ernsthafte Einstieg
- Epiphone ES-335 – die zugängliche Version des Originals
- Gibson ES-335 – das Vorbild seit 1958
Häufige Fragen zur Halbakustik-Gitarre
Was ist eine Halbakustik-Gitarre?
Die Halbakustik-Gitarre, auch Semiakustik oder Semi-Hollow genannt, hat einen hohlen Korpus mit einem massiven Holzblock in der Mitte. Der Hohlraum sorgt für warmen, luftigen Klang, der Mittelblock verhindert die Rückkopplungen, die eine vollhohle Gitarre bei Verzerrung bekommt. Erkennbar ist sie an den beiden f-Löchern in der Decke.
Für wen eignet sich die Halbakustik-Gitarre?
Blues, Jazz, Soul, Indie, Rockabilly. Wer einen wärmeren Ton sucht als eine Solidbody, aber trotzdem verzerrt spielen will.
Was kostet eine Halbakustik-Gitarre?
ab rund 250 €, Gibson ES-335 vierstellig. Die Angaben sind Richtwerte für Neuware in Deutschland und schwanken je nach Ausstattung und Fertigungsort.
Woran erkenne ich eine Halbakustik-Gitarre?
Zwei f-förmige Schalllöcher links und rechts der Saiten. Deutlich dickerer Korpus als eine Solidbody, aber flacher als eine Jazzgitarre. Meist Doppel-Cutaway und Humbucker. Klingt unverstärkt leise, aber hörbar – anders als eine Solidbody.