Zum Inhalt springen
gitarrenwiki
Sonderform

Linkshänder-Gitarre

Von

Eine Linkshänder-Gitarre ist spiegelverkehrt gebaut: Der Korpus-Cutaway sitzt auf der anderen Seite, der Sattel ist umgekehrt gekerbt und die Saitenreihenfolge ist umgedreht. Der Hals liegt in der rechten Hand, angeschlagen wird mit links. Nicht jeder Linkshänder braucht so ein Instrument – rund die Hälfte lernt problemlos auf einer Rechtshändergitarre.

Steckbrief

Saiten
6
Saitenart
je nach Bauart
Mensur
wie beim Rechtshändermodell
Korpus
spiegelverkehrt zum Standardmodell
Preisrahmen
meist 10 bis 20 % Aufschlag gegenüber dem Rechtshändermodell

Woran du sie erkennst

  • Der Cutaway sitzt beim Umhängen auf der anderen Seite.
  • Die dicke E-Saite liegt beim Spielen unten statt oben.
  • Das Schlagbrett ist gespiegelt.
  • Die Kopfplatte ist meist ebenfalls gespiegelt.

Wofür sie gebaut wurde

Anders als bei Schere oder Schreibgerät ist die Händigkeit beim Gitarrespielen nicht eindeutig zugeordnet. Beide Hände haben anspruchsvolle, aber sehr verschiedene Aufgaben: Die Greifhand braucht Feinmotorik und Kraft, die Anschlaghand Rhythmus und Präzision.

Deshalb spielen viele Linkshänder auf Rechtshändergitarren, ohne je ein Problem zu bemerken – die Greifhand ist dann die stärkere. Manche Lehrer empfehlen das sogar, weil die Auswahl an Instrumenten ungleich größer ist.

Wer sich für die Linkshänderversion entscheidet, sollte das früh tun. Ein Wechsel nach Jahren bedeutet, das Instrument praktisch neu zu lernen.

Für wen sie passt

Linkshänder, die eine Rechtshändergitarre ausprobiert haben und merken, dass die Anschlaghand nicht mitkommt.

Der typische Fehlkauf

Eine Rechtshändergitarre umgekehrt zu besaiten funktioniert nur scheinbar. Der Sattel ist für unterschiedliche Saitenstärken gekerbt, der Steg ist schräg kompensiert und das Schlagbrett sitzt falsch. Das Ergebnis klemmt, schnarrt und intoniert unsauber. Wer umbauen will, braucht mindestens einen neuen Sattel und eine neue Stegeinlage.

Konkrete Modelle

Drei Instrumente, an denen sich die Bauform gut zeigen lässt – vom Einstieg bis zur Referenz:

  • Squier Bullet Stratocaster LH – der übliche Einstieg
  • Yamaha F310 LH – Westerngitarre für Linkshänder
  • Harley Benton D-120LH – der günstigste Zugang

Häufige Fragen zur Linkshänder-Gitarre

Was ist eine Linkshänder-Gitarre?

Eine Linkshänder-Gitarre ist spiegelverkehrt gebaut: Der Korpus-Cutaway sitzt auf der anderen Seite, der Sattel ist umgekehrt gekerbt und die Saitenreihenfolge ist umgedreht. Der Hals liegt in der rechten Hand, angeschlagen wird mit links. Nicht jeder Linkshänder braucht so ein Instrument – rund die Hälfte lernt problemlos auf einer Rechtshändergitarre.

Für wen eignet sich die Linkshänder-Gitarre?

Linkshänder, die eine Rechtshändergitarre ausprobiert haben und merken, dass die Anschlaghand nicht mitkommt.

Was kostet eine Linkshänder-Gitarre?

meist 10 bis 20 % Aufschlag gegenüber dem Rechtshändermodell. Die Angaben sind Richtwerte für Neuware in Deutschland und schwanken je nach Ausstattung und Fertigungsort.

Woran erkenne ich eine Linkshänder-Gitarre?

Der Cutaway sitzt beim Umhängen auf der anderen Seite. Die dicke E-Saite liegt beim Spielen unten statt oben. Das Schlagbrett ist gespiegelt. Die Kopfplatte ist meist ebenfalls gespiegelt.

Sollten Linkshänder eine Linkshänder-Gitarre lernen?

Nicht zwangsläufig. Probier beide Haltungen aus, bevor du kaufst: Halte einmal den Hals links, einmal rechts und schlag die Saiten mit der jeweils anderen Hand rhythmisch an. Welche Variante sich weniger fremd anfühlt, ist die richtige. Bei Kindern entscheidet das am besten der Lehrer in der ersten Stunde.

Wie liest ein Linkshänder eine Grifftabelle?

Griffbilder sind für Rechtshänder gezeichnet. Als Linkshänder spiegelst du sie horizontal: Was links steht, gehört rechts. Die Bundangaben bleiben gleich. Manche Apps und Bücher bieten gespiegelte Diagramme an.