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Gitarre kaufen

Welche Gitarre passt zu dir? Unsere Vergleiche und Kaufberatung führen dich vom ersten Instrument bis zur Bühnengitarre.

Dieser Überblick richtet sich an alle, die eine Gitarre kaufen möchten und vor der Frage nach dem Modell zunächst vor der Frage nach der Bauart stehen. Eine Konzertgitarre, eine Westerngitarre, eine E-Gitarre und ein Bass unterscheiden sich in Spielgefühl, Klang, Zubehörbedarf und Lautstärke so deutlich, dass ein Vergleich über alle Typen hinweg wenig bringt. Dieser Überblick ordnet deshalb, welcher Vergleich für wen gedacht ist und woran du erkennst, in welcher Gruppe du überhaupt suchen solltest.

Gitarre kaufen: erst der Typ, dann das Modell

Die meisten Fehlkäufe entstehen nicht dadurch, dass jemand das falsche Modell erwischt, sondern dadurch, dass er die falsche Bauart wählt. Wer Lagerfeuerlieder begleiten will und eine Konzertgitarre für klassische Literatur kauft, wird mit dem Instrument nie richtig warm – obwohl es für sich genommen gut sein kann.

Wenn du eine Gitarre kaufen willst, engen drei Fragen die Auswahl schnell ein: Welche Musik willst du spielen? Wo wird gespielt, allein zu Hause oder mit anderen? Und wie viel Drumherum bist du bereit mitzukaufen? Aus den Antworten ergibt sich fast immer der Typ, und erst danach lohnt der Blick in den jeweiligen Vergleich.

Akustikgitarre: Konzert- oder Westerngitarre

Der Vergleich für Akustikgitarren deckt zwei Bauarten ab, die oft in einen Topf geworfen werden. Die Konzertgitarre hat Nylonsaiten, einen breiteren Hals und einen weichen, runden Klang. Sie greift sich für ungeübte Fingerkuppen angenehmer und ist der Standard im klassischen Unterricht.

Die Westerngitarre trägt Stahlsaiten, klingt lauter und brillanter und hat einen schmaleren Hals. Sie ist die typische Begleitgitarre für Lieder mit Schlagmustern. Die Saiten schneiden anfangs stärker in die Finger, und der Unterschied im Klang ist deutlich größer, als die ähnliche Form vermuten lässt. Wer zwischen beiden schwankt, sollte sie unbedingt nacheinander in der Hand halten.

E-Gitarre

Der E-Gitarren-Vergleich richtet sich an alle, die verstärkt spielen wollen. Hier entscheiden Bauform, Tonabnehmer und Halsprofil darüber, wofür sich ein Instrument eignet. Einzelspulige Tonabnehmer klingen eher klar und drahtig, doppelspulige kräftiger und dichter – das ist die Grundunterscheidung, an der sich viele Stilrichtungen festmachen lassen.

Wichtig ist der Gesamtaufwand: Eine E-Gitarre allein macht kaum Geräusch. Verstärker und Kabel gehören zwingend dazu, und beides beeinflusst den Klang mindestens so stark wie das Instrument selbst.

E-Gitarren-Sets

Sets bündeln Instrument, Verstärker, Tasche und Kleinteile. Ihr Vorteil liegt auf der Hand: Es fehlt nichts, und die Teile passen zusammen. Für den Einstieg ohne Vorwissen ist das ein ruhiger Weg.

Der Nachteil ist ebenso klar. Der Preis verteilt sich auf mehrere Komponenten, sodass keine davon besonders hochwertig ausfällt – meist ist der beigelegte Verstärker das schwächste Glied. Wer schon weiß, dass er dabeibleibt, fährt oft besser damit, Instrument und Verstärker einzeln zu wählen. Für alle, die erst einmal ausprobieren wollen, ist das Set die unkompliziertere Lösung.

Bassgitarre

Der Bass ist kein Sonderfall der Gitarre, sondern ein eigenes Instrument mit eigener Rolle. Er hat in der Regel vier dickere Saiten, eine längere Mensur und verlangt entsprechend mehr Kraft in der Greifhand. Auch die Verstärkung ist eine andere: Ein Gitarrenverstärker kann die tiefen Frequenzen nicht sauber wiedergeben und kann bei höherer Lautstärke Schaden nehmen.

Für kleinere Hände oder kürzere Arme gibt es Modelle mit kürzerer Mensur, die das Greifen spürbar erleichtern, ohne den typischen Klang aufzugeben.

Vintage-E-Gitarren

Diese Gruppe richtet sich an Fortgeschrittene und an alle, die ein bestimmtes Klangbild suchen. Es geht um Klassiker und um Neuauflagen älterer Bauarten. Der Reiz liegt in Charakter und Haptik, nicht in technischer Perfektion.

Hier ist der Zustand wichtiger als bei neuen Instrumenten. Hals, Bünde, Elektronik und mögliche Umbauten bestimmen Spielbarkeit und Wert. Wer hier einsteigt, sollte entweder selbst einschätzen können, was er sieht, oder jemanden mitnehmen, der es kann.

Gitarre kaufen: was dieser Überblick leisten kann

Ein Vergleich kann die Auswahl auf eine Handvoll sinnvoller Kandidaten verkleinern, Bauarten einordnen und typische Stärken und Schwächen benennen. Was er nicht kann: entscheiden, wie sich ein Hals in deiner Hand anfühlt oder welcher Klang dir gefällt.

Ob ein Instrument passt, entscheidet nämlich dein Körper. Handgröße, Armlänge und Statur bestimmen, welche Bauform bequem ist und wie lange du beschwerdefrei spielst – zwei Instrumente mit identischen Daten können sich völlig unterschiedlich anfühlen. Dazu kommt die Serienstreuung: Auch zwei Exemplare desselben Modells unterscheiden sich in Gewicht, Halsprofil und Werkseinstellung.

Nimm die Vergleiche deshalb als Vorauswahl. Zwei oder drei Modelle im Laden nacheinander anzuspielen bringt mehr Klarheit als weiteres Lesen – auch dann, wenn du am Ende online bestellst.

Das Budget realistisch aufteilen

Ein häufiger Planungsfehler ist, das gesamte verfügbare Geld in das Instrument zu stecken. Zum Spielen gehören Stimmgerät, Ersatzsaiten und etwas zum Transportieren oder Abstellen, bei elektrischen Instrumenten zusätzlich Verstärker und Kabel.

Ebenfalls einzuplanen ist ein Setup: Viele Instrumente kommen ab Werk mit einer Einstellung, die sich deutlich verbessern lässt. Eine sauber eingestellte günstige Gitarre spielt sich oft angenehmer als eine teure, an der nie jemand gearbeitet hat.

Anspielen, bestellen, zurückschicken

Im Laden hörst du das Instrument im Raum und spürst den Hals. Online ist die Auswahl größer, und es gibt ein Rückgaberecht. Beides lässt sich verbinden: erst anspielen, dann in Ruhe entscheiden.

Was du beim Anspielen prüfen solltest, ist schnell aufgezählt. Schnarren einzelne Töne? Läuft der Hals gerade? Halten die Mechaniken die Stimmung? Drücken Bundenden an der Halskante? Und ganz banal: Willst du das Instrument nach zehn Minuten immer noch in der Hand halten?

Wann sich ein Wechsel lohnt

Nicht jedes Problem ist ein Grund für ein neues Instrument. Hohe Saitenlage, schwergängige Mechaniken oder alte Saiten lassen sich beheben, und oft verwandelt das eine unbequeme Gitarre in eine gute.

Ein Wechsel lohnt sich, wenn die Bauart nicht zu deiner Musik passt, das Instrument dauerhaft zu groß oder zu schwer ist, oder wenn es dich klanglich nicht mehr trägt. Das sind Gründe, die sich mit Einstellarbeiten nicht lösen lassen.

Häufige Fragen

Welche Gitarre eignet sich für den Anfang?

Das hängt von der Musik ab, nicht vom Können. Für klassische Stücke und weiche Fingerkuppen passt eine Konzertgitarre, für Liedbegleitung eine Westerngitarre, für verstärkte Musik eine E-Gitarre.

Ist ein Komplettset sinnvoll?

Zum Ausprobieren ja, weil nichts fehlt. Wer sicher dabeibleibt, bekommt für dasselbe Geld meist mehr, wenn er Instrument und Verstärker getrennt auswählt.

Was ist der Unterschied zwischen Konzert- und Westerngitarre?

Die Konzertgitarre hat Nylonsaiten, einen breiteren Hals und einen weichen Klang. Die Westerngitarre hat Stahlsaiten, einen schmaleren Hals und klingt lauter und brillanter.

Brauche ich für eine E-Gitarre zwingend einen Verstärker?

Zum normalen Spielen ja. Unverstärkt bleibt der Klang sehr leise. Für stille Übungseinheiten gibt es kleine Geräte mit Kopfhöreranschluss.

Kann ich einen Bass über einen Gitarrenverstärker spielen?

Das ist nicht zu empfehlen. Gitarrenverstärker sind für die tiefen Frequenzen nicht ausgelegt und können bei höherer Lautstärke beschädigt werden.

Online bestellen oder im Laden kaufen?

Im Laden kannst du Hals, Gewicht und Klang prüfen, online ist die Auswahl größer. Sinnvoll ist, vorher anzuspielen und die Entscheidung danach in Ruhe zu treffen.