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gitarrenwiki

Gitarrenakkorde & Grifftabelle

Ein Akkord sind mehrere Töne, die gleichzeitig klingen. Auf der Gitarre legst du dafür mehrere Finger gleichzeitig aufs Griffbrett. Unten findest du die 24 wichtigsten Akkorde als Griffbild – mit Fingersatz, Alternativgriffen und den Songs, in denen sie vorkommen. Wer die acht Einsteigergriffe beherrscht, kann die meisten Lagerfeuer-Lieder begleiten.

Die acht wichtigsten Griffe für den Anfang

In dieser Reihenfolge lernen: erst die leichten, dann die engen Griffe.

Septakkorde

Septakkorde erzeugen Zug. Sie kommen nicht zur Ruhe, sondern verlangen nach einer Auflösung – die Grundlage von Blues, Swing und jedem klassischen Schlussakkord.

Griffbilder lesen

Ein Griffbild zeigt das Griffbrett so, wie es dir gegenübersteht, wenn die Gitarre senkrecht vor dir steht. Die sechs senkrechten Linien sind die Saiten: ganz links die dicke tiefe E-Saite, ganz rechts die dünne hohe E-Saite. Die waagerechten Linien sind die Bundstäbe.

  • Dicker Balken oben: der Sattel – der Griff wird in der ersten Lage gespielt.
  • Zahl links: Steht dort eine Zahl, beginnt das Bild erst in diesem Bund. Typisch bei Barré-Akkorden.
  • Punkt mit Ziffer: Hier drückt ein Finger. 1 = Zeigefinger, 2 = Mittelfinger, 3 = Ringfinger, 4 = kleiner Finger.
  • o über der Saite: leer mit anschlagen.
  • x über der Saite: nicht anschlagen oder abdämpfen.
  • Balken über mehrere Saiten: ein Barré – ein Finger drückt mehrere Saiten gleichzeitig.

H oder B? Der wichtigste Stolperstein

Deutsche und englische Notation unterscheiden sich an genau einer Stelle, und die sorgt regelmäßig für falsch gespielte Songs:

Deutsch Englisch Gemeint ist
H B der Ton einen Halbton unter C
B B♭ / Bb der Ton einen Halbton unter H

Steht in einem Songbuch aus dem Internet „Bm“, ist damit fast immer H-Moll gemeint – nicht B-Moll. Ein guter Test: Wenn der Akkord im Zusammenhang mit G, D und A auftaucht, ist H-Moll richtig.

In welcher Reihenfolge lernen?

  1. E-Moll – zwei Finger, alle Saiten klingen. Der Einstieg.
  2. A-Moll und E-Dur – fast dieselbe Handform, nur um eine Saite verschoben.
  3. D-Dur und A-Dur – damit hast du die erste komplette Songbegleitung.
  4. G-Dur und C-Dur – der Wechsel zwischen beiden ist der wichtigste Griffwechsel überhaupt.
  5. F-Dur – erst die kleine Form, später das volle Barré.

Üb nicht die Griffe einzeln, sondern die Wechsel. Ein bewährtes Rezept: Stell einen Timer auf eine Minute und zähl, wie oft du sauber zwischen zwei Akkorden hin- und herwechseln kannst. Notier die Zahl. Wer diese Übung zwei Wochen lang täglich fünf Minuten macht, verdoppelt sie in der Regel.

Wenn der Akkord nicht sauber klingt

  • Finger steil aufstellen. Drück mit der Fingerkuppe, nicht mit dem flachen Finger – sonst dämpfst du die Nachbarsaite ab.
  • Dicht hinter den Bundstab. Nicht mittig ins Bundfeld greifen. Direkt hinter dem Metallstab braucht es am wenigsten Kraft.
  • Daumen mittig hinter den Hals. Liegt er oben drüber, fehlt den Fingern der Gegendruck.
  • Nägel kurz. Mit langen Nägeln an der Greifhand lässt sich kein Akkord sauber greifen.
  • Saitenlage prüfen. Wenn es auf einer billigen Gitarre trotz allem nicht geht, liegen die Saiten oft zu hoch – siehe Gitarren-Setup.

Häufige Fragen

Welche Gitarrenakkorde sollte ich als Erstes lernen?

E-Moll, A-Moll, D-Moll, C-Dur, G-Dur, D-Dur, A-Dur und E-Dur. Mit diesen acht Griffen lassen sich mehrere tausend Lieder begleiten. E-Moll ist der leichteste Einstieg, weil er nur zwei Finger braucht.

Was bedeutet H und was B in einer Grifftabelle?

Im deutschen Sprachraum heißt der Ton H, was im englischen B genannt wird. Das deutsche B entspricht dem englischen B♭ (B flat) und liegt einen Halbton tiefer. In englischsprachigen Tabs bedeutet „Bm“ deshalb H-Moll, nicht B-Moll.

Wie lese ich ein Griffbild?

Die senkrechten Linien sind die Saiten – links die dicke E-Saite, rechts die dünne. Die waagerechten Linien sind die Bundstäbe, der dicke Balken oben ist der Sattel. Ein Punkt zeigt, wo ein Finger steht, die Zahl darin, welcher Finger: 1 Zeigefinger, 2 Mittelfinger, 3 Ringfinger, 4 kleiner Finger. Ein o über der Saite heißt leer anschlagen, ein x heißt nicht anschlagen.

Wie lange dauert es, bis ein Akkord sauber klingt?

Ein einzelner offener Akkord sitzt meist nach wenigen Tagen. Der eigentliche Aufwand steckt im Wechsel zwischen zwei Akkorden – dafür sind ein bis zwei Wochen täglicher Übung realistisch. Barré-Akkorde wie F-Dur brauchen häufig mehrere Monate, bis sie ohne Kraftaufwand klingen.

Warum klingt mein Akkord schnarrend oder dumpf?

Fast immer aus einem von drei Gründen: Die Finger liegen zu flach und dämpfen die Nachbarsaite ab, sie stehen zu weit vom Bundstab entfernt, oder der Daumen liegt oben über dem Hals statt mittig dahinter. Kontrollier das in dieser Reihenfolge.