Die Geschichte der Gitarre: Von der Antike bis heute
Von GuitarGuy Aktualisiert am
Die Gitarre stammt von Zupfinstrumenten des Vorderen Orients ab, die über die Mauren nach Spanien kamen. Aus der vierchörigen Renaissance-Gitarre und der Vihuela entwickelte sich über die fünfchörige Barockgitarre im späten 18. Jahrhundert die sechssaitige Gitarre; ihre heutige Form mit größerem Korpus und Fächerbeleistung geht auf Antonio de Torres um 1850 zurück. Stahlsaiten, die Westerngitarre und ab den 1930er Jahren der Tonabnehmer machten daraus schließlich die E-Gitarre.
Die Geschichte der Gitarre reicht bis in die Antike zurück. Am Anfang standen Zupfinstrumente im Nahen Osten, dann kamen Laute und Vihuela, im 19. Jahrhundert die klassische Gitarre von Antonio de Torres und im 20. Jahrhundert die E-Gitarre, die die Musik grundlegend veränderte. An jeder dieser Stationen sieht man, wie sich Musik und Kultur über die Jahrhunderte verändert haben.
Das Wichtigste in Kürze
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Die Ursprünge der Gitarre reichen bis zu den alten Saiteninstrumenten im Nahen Osten zurück.
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Von der Kithara im antiken Griechenland, einer Leier, hat die Gitarre vor allem ihren Namen.
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Im Mittelalter und der Renaissance entstanden Instrumente wie die Vihuela und die Laute.
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Antonio de Torres gilt als der Vater der modernen Gitarre im 19. Jahrhundert.
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Die Erfindung der E-Gitarre im 20. Jahrhundert veränderte die Musiklandschaft grundlegend.
Die Ursprünge der Gitarre in der Antike
Die Wurzeln der Gitarre reichen bis in die Antike zurück. Schon im alten Nahen Osten gab es Saiteninstrumente, die der heutigen Gitarre ähnelten. Die Tanbur zum Beispiel hatte einen Resonanzkörper und gezupfte Saiten.
Frühe Saiteninstrumente im Nahen Osten
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Tanbur: Ein frühes Saiteninstrument mit einem runden Korpus.
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Korpus: Hergestellt aus Holz, oft mit Tierhaut bespannt.
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Saiten: Wurden mit den Fingern gezupft, um Töne zu erzeugen.
Die Rolle der Kithara im Alten Griechenland
Die Kithara war ein wichtiges Instrument in der griechischen Kultur. Sie war eine große Leier mit hölzernem Resonanzkasten und mehreren Saiten, aber ohne Hals und Griffbrett. Gespielt wurde sie bei Festen und musikalischen Wettbewerben. Mit der Gitarre verbindet sie vor allem der Name.
Die Entwicklung der Laute
Die Laute geht auf die arabische Oud zurück und kam im Mittelalter über Spanien nach Europa. Anders als die Gitarre hat sie einen gewölbten, birnenförmigen Rücken und einen abgeknickten Wirbelkasten. Sie ist eher eine Schwester als eine Vorläuferin der Gitarre, hat aber die Spielweise geprägt: Die Tabulatur, die Gitarristen heute nutzen, stammt aus der Lautenmusik.
Tanbur, Kithara, Laute: Keines dieser Instrumente ist eine Gitarre, aber jedes hat etwas beigesteuert, vom gezupften Ton bis zur Form des Korpus.
Die Gitarre hat also keinen einzelnen Ursprung. Viele Kulturen haben über Jahrhunderte zu ihrer Entwicklung beigetragen.
Die Gitarre im Mittelalter und der Renaissance
Die Bedeutung der Vihuela in Spanien
Die Vihuela war ein wichtiges Instrument in Spanien während der Renaissance. Sie hatte sechs Doppelsaiten und ähnelte stark der modernen Gitarre. Gespielt wurde sie oft von Musikern in der höfischen Gesellschaft.
Die Verbreitung der Laute in Europa
In der Renaissance war die Laute das wichtigste Zupfinstrument Europas, an den Höfen ebenso wie in der Hausmusik. Die Laute verbreitete sich schnell in ganz Europa und wurde in vielen Musikstilen eingesetzt.
Die Entwicklung der Barockgitarre
Im 16. Jahrhundert hatte die Renaissancegitarre meist vier Chöre. Ab der Mitte des Jahrhunderts kam eine Variante mit fünf Chören auf, die sich im 17. Jahrhundert als Barockgitarre in ganz Europa verbreitete. Sie wurde für Akkordbegleitung ebenso wie für Solostücke verwendet. Mit ihr war die Grundlage für die moderne Gitarre gelegt.
Vihuela und Barockgitarre hatten Doppelsaiten, sogenannte Chöre. Die sechssaitige Gitarre mit Einzelsaiten entstand erst im 18. Jahrhundert.
| Jahr | Instrument | Merkmale |
|---|---|---|
| 16. Jh. | Vihuela | Sechs Doppelsaiten (Chöre) |
| 16. Jh. | Renaissancegitarre | Meist vier Chöre |
| 17. Jh. | Barockgitarre | Fünf Chöre, in ganz Europa verbreitet |
| spätes 18. Jh. | Sechssaitige Gitarre | Sechs Einzelsaiten |
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Die Vihuela war ein Vorläufer der modernen Gitarre.
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Die Laute war in der Musik der Renaissance sehr wichtig.
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Die Barockgitarre legte den Grundstein für die heutige Gitarre.
Die Gitarre hat sich im Laufe der Jahrhunderte durch verschiedene kulturelle Einflüsse und technische Verbesserungen weiterentwickelt. So wurde sie zu einem festen Bestandteil der europäischen Musiktradition.
Die Geburt der Modernen Gitarre im 19. Jahrhundert
Antonio De Torres und die Klassische Gitarre
Im 19. Jahrhundert veränderte sich die Gitarre grundlegend. Der spanische Gitarrenbauer Antonio de Torres gilt als der Vater der modernen klassischen Gitarre. Er veränderte das Design, indem er den Korpus vergrößerte und eine Fächerbeleistung einführte. Dadurch klang die Gitarre voller und lauter.
Die Einführung der Stahlsaitengitarre
Parallel dazu entstand in den USA eine zweite Linie. Der aus Sachsen ausgewanderte Gitarrenbauer Christian Friedrich Martin setzte ab etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts die X-Beleistung ein. Sie war ursprünglich für Darmsaiten gedacht, hielt später aber auch dem höheren Zug von Stahlsaiten stand. Stahlsaiten setzten sich um 1900 durch, weil sie lauter klangen und haltbarer waren als Darmsaiten; Martin stellte seine Gitarren in den 1920er Jahren darauf um.
Die Rolle der Gitarre in der Volksmusik
Im 19. Jahrhundert wurde die Gitarre in vielen Ländern zum Instrument der Hausmusik und der Volksmusik. In den USA entstanden um 1900 Stile wie der Blues und später die Countrymusik, und die günstige Stahlsaitengitarre wurde zu ihrem wichtigsten Begleitinstrument.
Aus dem 19. Jahrhundert stammen damit zwei Linien, die bis heute nebeneinander bestehen: die klassische Gitarre nach Torres und die Stahlsaitengitarre mit X-Bracing nach Martin.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1817 | Antonio de Torres wird geboren |
| 1856 | Torres baut seine berühmte Gitarre „La Leona“ |
| Mitte 19. Jh. | Martin nutzt die X-Beleistung |
| um 1900 | Stahlsaiten setzen sich in den USA durch |
Wichtige Entwicklungen:
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Vergrößerung des Korpus und Fächerbeleistung
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Einführung von Stahlsaiten
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Entstehung neuer Musikstile
Im 19. Jahrhundert bekam die klassische Gitarre im Wesentlichen die Form, die wir heute kennen.
Die Revolution der E-Gitarre im 20. Jahrhundert
Die E-Gitarre hat die Musik im 20. Jahrhundert stark verändert. Sie wurde erfunden, um die Gitarre lauter zu machen, damit sie in Bands besser gehört werden konnte. Die wichtigsten Schritte:
Die Erfindung des Tonabnehmers
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1931 entwickelten George Beauchamp und Adolph Rickenbacker einen elektromagnetischen Tonabnehmer, der ab 1932 in der Lap-Steel-Gitarre “Frying Pan” in Serie ging.
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1936 brachte Gibson mit der ES-150 seine erste elektrische Jazzgitarre heraus.
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Damit ließen sich die Schwingungen der Saiten elektrisch verstärken.
Die Entwicklung der Solidbody-Gitarre
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Um 1941 baute Les Paul (eigentlich Lester William Polsfuss) mit “The Log” eine E-Gitarre mit massivem Mittelblock, die Rückkopplungen vermied.
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1950 brachte Leo Fender die Esquire und die Broadcaster heraus, die ab 1951 Telecaster hieß. Sie gilt als erste in großer Serie gebaute Solidbody-Gitarre.
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1952 folgte die Gibson Les Paul, 1954 die Fender Stratocaster.
Einfluss der E-Gitarre auf die Populäre Musik
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Die E-Gitarre hat viele Musikrichtungen beeinflusst, darunter Rock, Blues und Jazz.
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Mit ihr kamen neue Klänge und Spieltechniken.
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Gibson ist bekannt für seine hochwertigen E-Gitarren, die sowohl Profis als auch Hobbygitarristen ansprechen.
Ohne Tonabnehmer und Solidbody gäbe es Rockmusik in ihrer heutigen Form nicht. Beides entstand in gut 20 Jahren, zwischen 1931 und 1954.
Die Gitarre Heute: Vielfalt und Innovation
Heute ist die Gitarre aus kaum einem Genre wegzudenken. Sie ist vielseitig und für viele Menschen ein Weg, sich kreativ auszudrücken.
Moderne Gitarrenbauer und ihre Kreationen
Heutige Gitarrenbauer experimentieren mit verschiedenen Materialien und Designs. Zu den bekanntesten Marken gehören:
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Fender: Berühmt für Modelle wie die Stratocaster und Telecaster.
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Gibson: Bekannt für die Les Paul und ihre Rolle im Rock.
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Ibanez: Beliebt bei Metal-Gitarristen für ihre schnellen Hälse.
Die Rolle der Gitarre in verschiedenen Musikgenres
Die Gitarre ist in vielen Musikrichtungen präsent:
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Rock: Dominant mit E-Gitarren und kraftvollen Riffs.
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Blues: Emotionale Klänge und Slide-Techniken.
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Klassik: Feine Melodien und harmonische Strukturen.
Technologische Fortschritte und die Zukunft der Gitarre
Technische Entwicklungen haben die Gitarre immer wieder verändert. Nylonsaiten, die ab den 1940er Jahren die Darmsaiten ablösten, und E-Gitarren haben ganz neue Klänge möglich gemacht.
In vielen Musikkulturen, vom Blues bis zur Klassik, ist die Gitarre eng mit der eigenen Tradition verbunden.
Die Gitarre entwickelt sich weiter und passt sich an das an, was Musiker brauchen. Diese Vielfalt macht sie zu einem der beliebtesten Instrumente weltweit.
Fazit
Die Gitarre hat eine lange Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Von den ersten Saiteninstrumenten bis zu den modernen E-Gitarren hat sich viel verändert. Die entscheidenden Sprünge waren der größere Korpus mit Fächerbeleistung von Torres, die Stahlsaite mit X-Bracing und der Tonabnehmer. Heute gehört die Gitarre zu den beliebtesten Musikinstrumenten weltweit, am Lagerfeuer genauso wie auf großen Bühnen. Wer eine klassische Gitarre in die Hand nimmt, spielt im Kern immer noch das Instrument, das Torres um 1850 gebaut hat.
Häufige Fragen
Wie alt ist die Gitarre?
Die Gitarre selbst gibt es seit der Renaissance. Ihre Vorläufer, gezupfte Saiteninstrumente mit Hals, reichen im Vorderen Orient mehrere tausend Jahre zurück.
Wer hat die moderne Gitarre erfunden?
Einen einzelnen Erfinder gibt es nicht. Der spanische Gitarrenbauer Antonio de Torres hat um 1850 aber die Form der modernen klassischen Gitarre geprägt: größerer Korpus und Fächerbeleistung.
Wann wurde die sechssaitige Gitarre erfunden?
Sechs Einzelsaiten setzten sich im späten 18. Jahrhundert durch. Die älteste erhaltene sechssaitige Gitarre wird Gaetano Vinaccia zugeschrieben (Neapel, vermutlich 1779).
Was ist die älteste Gitarre der Welt?
Aus dem 16. Jahrhundert sind nur sehr wenige Gitarren erhalten. Zu den ältesten zählt ein kleines fünfchöriges Instrument des portugiesischen Gitarrenbauers Belchior Dias aus dem späten 16. Jahrhundert.
Wie ist die Gitarre zu ihrem Namen gekommen?
Der Name "Gitarre" leitet sich von dem spanischen Wort "guitarra" ab, das über das arabische "qitara" auf das griechische "kithara" zurückgeht.
Ist es schwer, Gitarre zu lernen?
Das Gitarre lernen kann am Anfang herausfordernd sein, aber mit Übung und Geduld wird es einfacher.
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