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Akustikgitarre

Akustikgitarren für Fingerstyle: Worauf es beim Kauf ankommt

Von Aktualisiert am

Für Fingerstyle eignen sich Gitarren mit kleinerem Korpus (OM, Grand Concert, Parlor), weil sie ausgewogener klingen als eine Dreadnought und einzelne Töne nicht im Bass untergehen. Wichtig sind außerdem eine breitere Sattelbreite von 44 bis 46 mm für mehr Platz zwischen den Saiten, eine massive Decke aus Fichte oder Zeder und eher leichte Saiten (Custom Light oder Light).

Fingerstyle ist eine Spieltechnik, bei der du die Saiten mit den Fingern zupfst statt mit einem Plektrum. So kannst du komplexe Melodien und Harmonien gleichzeitig spielen. Welche Gitarre du dafür nimmst, merkst du deutlich: Ein kleinerer Korpus, ein breiterer Sattel und eine massive Decke machen das Zupfen leichter und den Ton klarer.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Martin OM-28 ist eine beliebte Wahl für Fingerstyle-Spieler aufgrund ihrer Spielbarkeit und Klangvielfalt.

  • Die Taylor 814ce klingt voll und eignet sich gut für Auftritte.

  • Die Gibson J-45 ist bekannt für ihren warmen Klang und ihr klassisches Design.

  • Wähle eine Gitarre mit breiterem Hals für besseres Fingerpicking.

  • Regelmäßige Pflege und Wartung sind wichtig, um die Lebensdauer deiner Gitarre zu verlängern.

Empfohlene Gitarren für Fingerstyle-Spieler

Vier empfohlene Modelle, die sich für Fingerstyle besonders gut eignen:

Martin OM-28

Die Martin OM-28 ist bekannt für ihren ausgewogenen Klang und die komfortable Korpusgröße. Sie hat eine massive Sitka-Fichtendecke und Boden sowie Zargen aus ostindischem Palisander. Sie spielt sich hervorragend und ist für Fingerstyle eine der naheliegendsten Wahlen.

Taylor 814ce

Die Taylor 814ce ist eine vielseitige Gitarre mit einer Grand-Auditorium-Korpusform. Sie hat eine massive Sitka-Fichtendecke und liefert einen dynamischen Klang mit klaren Höhen. Mit der Expression System 2-Elektronik ist sie außerdem bühnentauglich.

Gibson J-45

Die Gibson J-45 ist ein Klassiker und bekannt für ihren warmen Klang. Mit ihrer Round-Shoulder-Dreadnought-Form und der massiven Sitka-Fichte klingt sie artikuliert genug für das Fingerstyle-Spiel. Als Dreadnought ist sie hier eher die Ausnahme, zeigt aber, dass es nicht immer ein kleiner Korpus sein muss.

Yamaha LS16

Die Yamaha LS16 hat ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie hat einen Korpus in Konzertgröße, eine massive Engelmann-Fichtendecke mit A.R.E.-Behandlung und Boden und Zargen aus massivem Palisander. Wer ein vielseitiges Instrument sucht und nicht das Budget für eine Martin oder Taylor hat, ist hier richtig. Die bekanntere Schwester LL16 hat dieselben Hölzer, aber einen Jumbo-Korpus und klingt entsprechend basslastiger.

Die Tabelle unten hilft beim Vergleich, ersetzt aber nicht das Anspielen. Nimm zum Testen ein Stück mit, das du gut kannst, und spiel es auf jeder Gitarre gleich.

Die Merkmale im Überblick:

ModellKorpusformDeckeBoden/ZargenKlangcharakter
Martin OM-28AuditoriumMassive Sitka-FichteOstindischer PalisanderAusgewogen
Taylor 814ceGrand AuditoriumMassive Sitka-FichteIndischer PalisanderDynamisch
Gibson J-45Round-Shoulder-DreadnoughtMassive Sitka-FichteMahagoniWarm und artikuliert
Yamaha LS16KonzertgrößeMassive Engelmann-FichteMassiver PalisanderSatt und ausgewogen

Die Gitarren eignen sich für Fortgeschrittene und für Anfänger, die ins Fingerstyle einsteigen wollen. Für den Anfang reicht die Yamaha LS16 völlig.

Wichtige Merkmale einer Fingerstyle-Gitarre

Fingerstyle-Gitarren unterscheiden sich vor allem in vier Punkten von anderen Akustikgitarren:

Korpusstil

Der Korpusstil beeinflusst den Klang und die Spielbarkeit der Gitarre stark. Beliebte Stile für Fingerstyle sind:

  • OM bzw. Auditorium (z. B. Martin OM-28)

  • Grand Concert und Grand Auditorium (z. B. Taylor 814ce)

  • Parlor bzw. Salongitarre

Eine Dreadnought klingt dagegen bassbetonter und eignet sich eher zum Begleiten mit Plektrum. Jeder Stil klingt anders. Probier verschiedene aus, bevor du dich festlegst.

Holzart

Die Holzart prägt den Klang deutlich. Gängige Hölzer sind:

  • Fichte (für klare Höhen)

  • Zeder (für warme Töne)

  • Mahagoni (für Tiefe)

  • Palisander (für Wärme)

Wie die Gitarre am Ende klingt, hängt von der Kombination ab, etwa Fichtendecke mit Palisander wie bei der Martin OM-28.

Halsprofil

Das Halsprofil bestimmt, wie bequem du spielst. Grob gibt es zwei Richtungen:

  • Schlank (für schnelles Spielen)

  • Kräftiger (füllt die Hand, vielen fällt damit das Greifen entspannter)

Finde das Profil, das sich für deine Hände am besten anfühlt.

Sattelbreite

Die Sattelbreite beeinflusst, wie viel Platz zwischen den Saiten ist. Eine breitere Sattelbreite (z.B. 1 3/4 Zoll) erleichtert das Fingerpicking und das Spielen komplexer Akkorde.

Datenblätter helfen bei der Vorauswahl. Ob Halsprofil und Sattelbreite zu deinen Händen passen, merkst du aber erst beim Anspielen.

Mit diesen vier Punkten im Kopf grenzt du die Auswahl schnell ein.

Techniken für klaren Ton beim Fingerstyle

Fingerpicking

Fingerpicking ist eine der grundlegendsten Techniken für Fingerstyle-Spieler. Dabei zupfst du die Saiten mit den Fingern statt mit einem Plektrum. So klingt jeder Ton klar und differenziert. Das hilft beim Üben:

  • Die Finger unabhängig voneinander bewegen.

  • Verschiedene Fingerstile ausprobieren.

  • Regelmäßig üben, um die Fingerfertigkeit zu steigern.

Travis-Picking

Travis-Picking ist eine spezielle Fingerpicking-Technik, die oft in der Folk- und Country-Musik verwendet wird. Der Daumen spielt dabei die Bassnoten, die anderen Finger die Melodie. So lernst du sie:

  1. Den Rhythmus gut im Ohr haben.

  2. Mit einfachen Melodien beginnen.

  3. Langsam üben und die Geschwindigkeit allmählich steigern.

Perkussives Slapping

Perkussives Slapping fügt dem Fingerstyle-Spiel eine rhythmische Komponente hinzu. Dabei zupfst du die Saiten und schlägst sie zusätzlich an, das erzeugt den perkussiven Effekt. Zum Lernen:

  • Die Handhaltung anpassen, um den besten Klang zu erzielen.

  • Mit verschiedenen Schlagtechniken experimentieren.

  • Die Koordination zwischen Zupfen und Schlagen üben.

Ein klarer Ton kommt weniger von der Gitarre als von der Anschlaghand. Spiel langsam, hör genau hin und achte darauf, dass jede Saite gleich laut klingt.

Mit diesen drei Techniken holst du deutlich mehr aus deiner Gitarre heraus.

Bekannte Fingerstyle-Spieler und ihre Gitarren

Tommy Emmanuel

Tommy Emmanuel ist ein weltbekannter Fingerstyle-Gitarrist. Bekannt ist er für seine außergewöhnliche Technik und dafür, dass er Melodie und Rhythmus gleichzeitig spielt. Er spielt vor allem Maton-Gitarren, bekannt ist seine Maton EBG808 TE (Signature-Modell auf Basis der EBG808).

Andy McKee

Andy McKee hat mit seinen kreativen Arrangements und seinem einzigartigen Stil viele Fans gewonnen. Seine Hauptgitarre ist seit 2008 eine Greenfield G4 des kanadischen Gitarrenbauers Michael Greenfield, inzwischen auch als Signature-Modell. Daneben spielt er Harfengitarren. Seine Videos sind auf Plattformen wie YouTube sehr beliebt.

Mike Dawes

Mike Dawes ist bekannt für seine ungewöhnliche Spielweise und seine Fähigkeit, mehrere Melodien gleichzeitig zu spielen. Er spielt eine Signature-Gitarre des deutschen Gitarrenbauers Andreas Cuntz (Cuntz CWG 23 Mike Dawes) mit mehreren Tonabnehmersystemen, damit seine perkussiven Schläge auf der Decke über die Anlage wie ein Schlagzeug klingen. Wer ein Serieninstrument sucht, findet mit der Gibson J-45 aus der Liste oben einen bewährten Klassiker.

Ulli Bögershausen

Ulli Bögershausen ist ein deutscher Fingerstyle-Gitarrist, der für seine feinfühlige Spielweise bekannt ist. Er spielt Lakewood-Gitarren, der deutsche Hersteller baut mit der Ulli Bögershausen Signature ein eigenes Grand-Concert-Modell für ihn. Seine Kompositionen sind für viele Gitarristen eine Inspiration.

Auffällig: Keiner der vier spielt dieselbe Marke. Die eine richtige Fingerstyle-Gitarre gibt es nicht, nur die, die zu deinem Anschlag passt.

Ihre Instrumente spiegeln ihre Stile und Klangvorlieben wider.

SpielerBevorzugte Gitarre
Tommy EmmanuelMaton EBG808 TE
Andy McKeeGreenfield G4
Mike DawesCuntz CWG 23
Ulli BögershausenLakewood Ulli Bögershausen Signature

Tipps zur Auswahl der richtigen Gitarre

Die richtige Fingerstyle-Gitarre zu finden, ist nicht ganz einfach. Diese Punkte helfen dir:

Klangvorlieben

  • Höre verschiedene Gitarren: Probiere verschiedene Modelle aus, um den Klang zu finden, der dir am besten gefällt.

  • Achte auf den Korpusstil: Dreadnoughts klingen kräftig und bassbetont, kleinere Korpusformen wie OM oder Grand Concert klingen klarer und ausgewogener.

Spielkomfort

  • Halsprofil testen: Achte darauf, wie sich der Hals in deiner Hand anfühlt. Ein bequemes Halsprofil erleichtert das Spielen.

  • Sattelbreite: Eine breitere Sattelbreite kann für Fingerstyle-Spieler von Vorteil sein, da sie mehr Platz für die Finger bietet.

Preis-Leistungs-Verhältnis

  • Budget festlegen: Bestimme, wie viel du ausgeben möchtest, und suche innerhalb dieses Rahmens.

  • Qualität prüfen: Achte auf die Verarbeitung und Materialien, damit du ein gutes Instrument bekommst.

Markenempfehlungen

  • Beliebte Marken: Marken wie Martin, Taylor und Yamaha sind bekannt für ihre hochwertigen Fingerstyle-Gitarren.

  • Bewertungen lesen: Schau dir die Erfahrungen anderer Spieler an, bevor du kaufst.

Nimm dir Zeit, verschiedene Modelle auszuprobieren. Eine Gitarre, die zu dir passt, spielst du öfter, und das bringt dich weiter als jedes teurere Modell.

Pflege und Wartung von Fingerstyle-Gitarren

Damit Klang und Spielbarkeit erhalten bleiben, braucht auch eine Fingerstyle-Gitarre etwas Pflege:

Saitenwechsel

  • Regelmäßiger Saitenwechsel ist wichtig, um einen klaren Klang zu gewährleisten.

  • Achte darauf, die Saiten zu wechseln, wenn sie anfangen, stumpf zu klingen oder sich schwer spielen lassen.

  • Welche Saiten du aufziehst, hörst du deutlich.

Reinigung

  • Halte deine Gitarre sauber, indem du sie regelmäßig abwischst.

  • Verwende ein weiches Tuch, um Staub und Schmutz zu entfernen.

  • Achte darauf, die Bünde und den Korpus nicht zu zerkratzen.

Lagerung

  • Lagere deine Gitarre bei Zimmertemperatur und 40 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit.

  • Vermeide extreme Temperaturen sowie zu trockene oder zu feuchte Luft, beides kann das Holz schädigen.

  • Nutze einen Gitarrenständer oder einen Hartschalenkoffer, um sie zu schützen.

Frische Saiten sind die günstigste Klangverbesserung, die es gibt. Gerade beim Fingerstyle hörst du alte Saiten sofort, weil jeder einzelne Ton frei steht.

Mit diesen einfachen Schritten bleibt deine Fingerstyle-Gitarre in gutem Zustand und klingt so, wie sie soll.

Fazit

Für Fingerstyle lohnt es sich, bei der Gitarrenwahl genauer hinzuschauen. Es gibt viele gute Modelle für diese Spieltechnik. Ob du dich für eine Martin, Taylor, Gibson oder Yamaha entscheidest, hängt von deinem Geschmack und deinem Spielstil ab. Die Gitarre muss gut in der Hand liegen und so klingen, wie du es dir wünschst. Nimm dir Zeit, verschiedene Gitarren auszuprobieren. Und wenn du unsicher bist: Fang bei einem kleineren Korpus mit breitem Sattel an, etwa einer OM wie der Martin OM-28. Damit liegst du beim Fingerstyle selten falsch.

Häufige Fragen

Welche Gitarre ist am besten für Fingerstyle geeignet?

Die beste Gitarre hängt von deinen Vorlieben ab. Modelle wie die Martin OM-28 oder die Taylor 814ce sind sehr beliebt.

Was macht eine Gitarre ideal für Fingerstyle?

Wichtige Merkmale sind der Korpusstil, die Holzart, das Halsprofil und die Sattelbreite.

Wie kann ich einen klaren Ton beim Fingerstyle-Spiel erreichen?

Techniken wie Fingerpicking und Travis-Picking helfen, einen klaren Ton zu erzeugen.

Wer sind bekannte Fingerstyle-Spieler?

Einige bekannte Fingerstyle-Spieler sind Tommy Emmanuel und Andy McKee.

Was sollte ich beim Kauf einer Gitarre beachten?

Achte auf Klangvorlieben, Spielkomfort und das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wie pflege ich meine Fingerstyle-Gitarre?

Regelmäßiger Saitenwechsel, Reinigung und die richtige Lagerung sind wichtig für die Pflege.

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